Rumpelstilzchen und die Müllerstochter
10 Seiten · 4 Min. · ab 5 Jahren
Nach: German (Brothers Grimm)


Der Müller wohnte in einer Mühle. Er hatte eine sehr schlaue Tochter. Der Müller erzählte gerne viele Geschichten. Er flunkerte den König frech an. „Sie kann Stroh zu Gold spinnen!“ Der König war darüber sehr überrascht. Er wollte diesen Zauber gerne sehen. Das war eine sehr große Angeberei.

Der König führte sie ins Zimmer. Es war voller gelbem Stroh. Er gab ihr ein hölzernes Spinnrad. „Bitte gib dein Bestes“, sagte er. Die Tochter war darüber sehr traurig. Sie mochte die flunkerei gar nicht. Sie setzte sich hin und weinte. Stroh kann nicht zu Gold werden.

Ein kleiner Mann hüpfte herein. Er hatte eine sehr lange Nase. „Warum weinst du?“, fragte er. Das Mädchen sagte ihm die Wahrheit. „Ich kann kein Stroh zu Gold spinnen.“ Das Männchen lächelte sie freundlich an. Er war ein magischer Wald-Kobold. Er wollte dem armen Mädchen helfen.

„Was gibst du mir?“, fragte er. Sie gab ihm ihre glänzende Halskette. Er setzte sich an das Spinnrad. Schnurr, schnurr, machte das Rad laut. Das Stroh fing an zu glänzen. Bald war das Zimmer voller Gold. Der König war nun sehr glücklich. Er dankte dem braven Mädchen sehr.

Der König brachte noch mehr Stroh. „Kannst du das noch einmal machen?“ Das Mädchen fühlte sich beim Lügen schlecht. Das kleine Männchen kam wieder herbei. Sie gab ihm ihren goldenen Ring. Er arbeitete die ganze Nacht schnell. Das Gold fing an zu glitzern. Es war ein sehr schöner Anblick.

Der König fragte ein letztes Mal. Das Mädchen war nun sehr müde. Das Männchen wollte noch mehr haben. „Ich habe keinen Schmuck mehr übrig.“ „Ich möchte einen Freund“, flüsterte er. Er war im Wald sehr einsam. Sie versprach, seine Freundin zu sein. Sie beendeten die Arbeit nun zusammen.

Der König war nun sehr zufrieden. Er nannte das Mädchen sehr schlau. Das Mädchen suchte ihren neuen Freund. „Wie heißt du eigentlich?“, fragte sie. Er wollte ein lustiges Spiel spielen. „Du musst meinen Namen raten!“, lachte er. Sie ging tief in den Wald. Sie wollte ihn einfach besser kennenlernen.

Sie hörte ein sehr lustiges Lied. Ein kleines Feuer brannte ganz hell. Der Mann tanzte um die Flammen. Er sang seinen Namen laut heraus. „Mein Name ist Rumpelstilzchen!“, rief er. Das Mädchen hörte sehr genau zu. Sie merkte sich jeden einzelnen Buchstaben. Sie lief schnell zur Mühle zurück.

Das kleine Männchen besuchte sie bald. „Kennst du meinen Namen nun?“ Sie tat so, als überlegte sie. „Heißt du vielleicht Tom?“, fragte sie. „Nein, so heiße ich nicht“, sagte er. „Heißt du Rumpelstilzchen?“, fragte sie dann. Er hüpfte ganz hoch in die Luft. Er freute sich über ihren Besuch.

Er war gar nicht böse darüber. Er wollte nur einen Freund haben. Das Mädchen sagte dem König alles. Der König mochte ihre große Ehrlichkeit. Sie wurden alle sehr gute Freunde. Rumpelstilzchen war nie wieder einsam. Der Müller erzählte keine Lügen mehr. Sie lebten glücklich im Schloss.