Das besondere Entlein
10 Seiten · 3 Min. · ab 5 Jahren
Nach: Danish (Hans Christian Andersen)


An einem sonnigen Morgen schlüpften Eier. Vier Enten waren klein und gelb. Ein Entlein war groß und grau. Mama Ente hatte ihn sehr lieb. Sie gab ihm eine feste Umarmung. Er hatte ein sehr lautes Quaken. Die Sonne schien auf das Nest.

Die Familie ging zum kleinen Teich. Das graue Entlein schwamm sehr schnell. Er liebte das Spritzen im Wasser. Seine Brüder waren flauschig und hell. Sie sahen aus wie kleine Zitronen. Das graue Entlein fühlte sich riesig. Er fragte sich: Warum bin ich grau?

Er entschied sich für einen Spaziergang. Er wollte die weite Welt sehen. Das Gras war hier sehr hoch. Er sah viele große, grüne Bäume. Er fühlte sich ein wenig einsam. Er vermisste sein warmes, weiches Nest. Er spazierte weiter auf dem Pfad.

Er traf eine weise, alte Schildkröte. Die Schildkröte hatte einen harten Panzer. „Warum bin ich grau?“, fragte er. Die Schildkröte lächelte ein langsames Lächeln. „Du musst sehr geduldig sein“, sagte sie. Zeit hilft jedem kleinen Vogel heute. Das Entlein fühlte sich etwas besser.

Ein Mädchen vom Bauernhof fand ihn. Sie hatte ein sehr gütiges Herz. Sie gab ihm gelbe Körner Mais. Sie streichelte seine weichen, grauen Federn. „Du bist ein ganz besonderer Vogel.“ Er blieb in ihrem warmen Stall. Das Mädchen war seine neue Freundin.

Der Winterwind fing an zu wehen. Weißer Schnee deckte den Bauernhof zu. Es war jetzt draußen sehr kalt. Das Entlein blieb sicher und trocken. Das Mädchen brachte ihm frisches Wasser. Er hatte großes Glück mit Freunden. Er wartete auf die warme Sonne.

Der Frühling kam mit bunten Blumen. Das Eis auf dem Teich schmolz. Das Entlein fühlte sich nun groß. Seine grauen Federn waren heute weg. Er hatte neue Federn in Weiß. Er streckte seine langen, starken Flügel. Er war glücklich in der Sonne.

Er schaute hinunter in das Wasser. Er sah ein wunderschönes, weißes Spiegelbild. Sein Hals war lang und gebogen. Er war nun kein Entlein mehr. Er war ein sehr hübscher Schwan. Er fühlte sich gar nicht hässlich. Er fühlte sich wie ein Stern.

Drei große Schwäne kamen schnell herbei. Sie hatten Federn wie weiße Wolken. „Willkommen zu Hause, Bruder“, sagten sie. Sie beugten ihre langen, eleganten Hälse. Er war ein Teil ihrer Familie. Er spürte ganz viel Liebe heute. Sie planschten zusammen im tiefen Teich.

Mama Ente kam zum großen Teich. Sie sah den großen, weißen Schwan. Sie wusste, das war ihr Baby. „Du bist so wunderschön“, sagte sie. Alle seine Brüder jubelten für ihn. Anders sein ist eine tolle Sache. Alle lebten zusammen in tiefem Frieden.